In diesem Artikel stellen wir Euch unser Muster-Grow-Equipment für den Indoor-Anbau vor. Die Teile des Setups wurden mit professioneller Beratung ausgewählt und sind für den privaten, legalen Anbau von drei Pflanzen ausgelegt.
Einleitung
Bis vor etwa zwei Jahren dachte ich, „wenn es soweit ist“, baue ich einen schönen Schrank / Raum mit allen technischen Finessen. Kurz vor April 2024 wurde mir aber klar, ich wollte die Zeit nicht mit Trockenbau und Schreinerarbeiten verbringen. Ich wollte ja anbauen. Das Umräumen des Kellers, die nötigen (wenigen) Installationen und der Aufbau des Equipments war überschaubar und machte einen frühen Pflanz-Start möglich.
Wer direkt am 01.04.2024 mit dem legalen Gras-Anbau starten wollte, hatte zwei Optionen. Indoor oder Outdoor. Der April und der Mai hatten dieses Jahr leider überwiegend nicht vor, den frühen (zu frühen?) Outdoor-Anbau zu pushen. Viele von uns haben ohnehin im April ihren ersten Indoor-Grow gestartet. In diesem Artikel ist ein Beispiel beschrieben, wie ein Beginner freundliches und professionelles Setup aussehen kann. Als Diskussionsgrundlage und Ideengeber.
Alle Produkte sind verlinkt, alle genannten Preise sind Stand Ende 2024.
Die drei wichtigsten Equipment-Bestandteile sind das Zelt, die Lampe und die Lüftung.
Zelt

Es handelt sich um ein Zelt von Mars Hydro. Es wurde zusammen mit dem Lüfter und der entsprechenden Steuerung gekauft.
Das Zelt ist 60 x 120 x 180 cm. Warum man nicht die Wahl hat alle Zelte, statt in 180 cm hoch in 200 cm hoch zu bekommen weiß ich nicht. Fände ich aber gut.
So ein breites Zelt hat den Vorteil, dass man die Pflanzen nebeneinanderstehen hat und nicht an den vorderen zu den hinteren vorbeigreifen muss. Der Nachteil ist, dass man nicht mit einer (vielleicht vorhandenen) quadratischen Lampe arbeiten kann. Natürlich kann man, ist aber alles andere als ideal. Mars Hydro bietet auch passende Lampen an.
Das Zelt ist relativ stabil ausgeführt und hat im Vergleich zu Zelten in 60 x 60 cm oder 80 x 80 cm eine sehr große Öffnung. Es arbeitet sich mit diesem Zelt sehr entspannt an den Pflanzen. Zusätzlich ist ein doppelter Boden enthalten, der einfach eingelegt wird.
Kostenpunkt: einzeln um die 130 €
Die Zelte von Mars-Hydro sind sehr ähnlich zu den Zelten und Lüftungs-Anlagen von AC Infinity und anderen. Schau Dich also unbedingt in mehreren Shops um.
Lampe

Man benötigt bei unserem Beispiel-Setup also eine längliche Lichtquelle. Die Wahl der Lampe viel auf eine gebrauchte Sanlight einer früheren Evo-Serie (Q6W Gen2 S2.1) mit vier-stufigem Dimmer. Diese Lampe kann im Verbund große Flächen beleuchten und passt einzeln vom Lichtprofil ziemlich gut in das 60 x 120 cm Zelt. Die Lampe ist lüfterlos und von der Lichtleistung her stärker als in so einem Aufbau nötig ist, es bestehen also Reserven.
Kostenpunkt:
neu ca. 745 €
(mit Magnetdimmer;
mit Bluetoothdimmer 20 € mehr)
gebraucht um die 350 €
Lüftung

Ebenfalls von Mars Hydro kam der Lüfter mit Aktiv-Kohle-Filter, Schlauch, Schlauchschellen, Sensor und Steuerung. Die Annahme, dass ein größerer Lüfter (6 statt 4 Zoll) spürbar leiser wäre, hat sich leider nicht bewahrheitet. Daher an dieser Stelle der Tipp, hier kannst Du u.U. etwas sparen. Der große Lüfter lässt den Pflanzen auch weniger Raum nach oben. Die Verwendung außerhalb des Zeltes ist auch möglich.
In den aktuell erhältlichen Konfigurationen ist je nach Verfügbarkeit manchmal ein Bedienfeld mit Display für die Lüftersteuerung enthalten, manchmal ein Gerät mit App-Steuerung.
Kostenpunkt:
6“-Ausführung 240 €
4“-Ausführung 200 €
Ebenfalls zur Lüftung gehören zwei Ventilatoren unterschiedlicher Größe. Die Ventilatoren haben Klemm-Füße, um sie an dem innenliegenden Zelt-Gestänge befestigen zu können.
Kostenpunkt:
der kleine Ventilator kostet 25 €
und der große Ventilator 35 €

Luftentfeuchter
In vielen Fällen wir ein Luftentfeuchter notwendig sein. Es gibt eine große Auswahl an Geräten. Wir verwenden ein Gebrauchtgerät von Amazon (neu ca. 180 €). Der Luftentfeuchter muss auf die Raumgröße angepasst sein. Hier solltet Ihr eher etwas überdimensionieren.
Kostenpunkt: ab 120 € – je nach Raumgröße und Gegebenheiten – in unserem Beispiel 180 €
Elektrik
Man braucht einen guten, mindestens 6-fach-Stecker mit langem Kabel, je nachdem, wo die Steckdose im Raum sitzt. Der Mehrfachstecker liegt auf dem Zelt.
Kostenpunkt: 20 €
Mit einer zum System Philips Hue passenden Steckdose bekommt man eine prima Zeitschaltuhr
Kostenpunkt: 30 €
Es schadet nicht, mehr als den serienmäigen Temperatur- und Feuchte-Sensor im Zelt zu haben
Kostenpunkt für drei: 10 €
Kleinteile
Ansaugluftfilter
Die Luft wird über zwei PKW-Innenraum-Filter angesaugt, welche in Pappkartons eingeklebt sind. Diese Filter sind i.d.R. mit Aktivkohle und garantieren eine dauerhaft hohe Reinheit der angesaugten Luft. Sofern die Abluft keine großen Entfernungen durch den Schlauch wandern muss, ist vom Schlauch, den es zum Lüfter dazu gab, genug vorhanden um einen, oder wie in diesem Fall, zwei Ansaugluft-Filterkästen anzuschließen. Falls Du eine größere Installation baust, kannst Du weitere Schläuche bei Mars-Hydro bekommen.
Kostenpunkt: 2 x 12 €
Außerdem brauchst Du folgende Dinge als Grundausstattung für die Pflanzen und deren Pflege:
Töpfe, 11 l und Untersetzer 5,50 € / Stück
Töpfe ,0,7 l und Untersetzer 1,00 € / Stück
Messbecher, 50 ml 2,50 €
Messbecher, 1000 ml 6,90 €
Pipette, 5ml 2,10 €
Dosierspritze, 10 ml 0,90 €
Dosierspritze, 100 ml 2,90 €
pH-Minus, 0,5 l 11,90 € (oder Plus…)
Eimer mit Liter-Angabe
Lampenaufhängung
Das System ist sehr genial… (bei manchen Angeboten ist ein ähnliches Set bei der Lampe dabei)
Kostenpunkt: 10 €
Spalier-Netz
Ein solches Netz eignet sich um einen gleichmäßigeren Wuchs zu fördern und um die Blüten gleichmäßiger mit Licht zu bestrahlen. Das verlinkte Netz muss doppelt gelegt werden, da es 120 x 120 cm groß ist.
Kostenpunkt: 10 €
Für den ersten Grow brauchst Du neben Samen natürlich Erde und Dünger.
Wo und welche Samen kaufen? Hier erfährst Du es!
Erde
Relativ neu im Markt, von einem etablierten Erde-Hersteller und in cooler Verpackung gibt es von Floragard den Professional Growmix im 70 l – Sack. Der ist vorgedüngt für die ersten zwei bis drei Wochen, auf Cannabis-Kulturen abgestimmt und frei von ungewünschten Passagieren.
Eine großartige Erde – nicht nur für den Anfänger!
Kostenpunkt: 23 € / Sack – ein Sack genügt für drei Pflanzen in 11 l – Töpfen
Außerdem benötigst Du noch etwas schwach / nicht gedüngte Anzuchterde. Da reichen wenige Liter. Der Professional Growmix sollte nicht zur Anzucht verwendet werden. Der „verbrennt“ die zarten Pflänzchen weil er für sie zu stark gedüngt ist.
Dünger
Ein Beginner freundliches Dünger-Set, in dem alles für die Aufzucht und die Blüte enthalten ist, ist eine gute Basis, für einen zufriedenstellenden ersten Grow. Zum Beispiel gibt es ein Starter-Kit von Advanced Nutrients. Hier sind sogar teilweise Handschuhe, Pipetten, Messbecher und eine wirklich super Lupe dabei.
Du bekommst einen Düngeplan, den Du für den ersten Durchlauf auf 50 – 70 % der Angaben runterregelst. So zumindest unsere Empfehlung, dass nicht die ersten Pflanzen unter Überdüngung leiden.
Der wirklich große Vorteil vom Advanced Nutrients-Dünger ist, dass er unabhängig vom pH-Wert funktioniert. Die oben angegebene pH-Minus-Korrektur-Säure brauchst Du also nur beim Gießen mit Leitungswasser ohne Dünger. Der Dünger korrigiert den pH-Wert automatisch und muss auch nicht anhand des pH-Wertes Deines Wassers Mengen-korrigiert werden. Fragt uns aber nicht, wie das geht 😉
Kostenpunkt: ca. 85-100 € – je nach Verfügbarkeit
Das Starter Kit sowie alle Mittel einzeln in unterschiedlichen Größen gibt es auch beim Grow-Shop24.
Samen
Um mit dem Anbau starten zu können, benötigst Du jetzt nur noch Samen von Cannabis-Pflanzen Deiner Wahl. Suche für den Start Anfänger-freundliche Sorten aus – z.B. die gutmütige Wappa. Die größte Erfahrung und die beste Samen-Qualität insgesamt bietet Sensi-Seeds. Schau Dich dazu auf unserer Seite Samen-Guide um, um zu erfahren, was Sensi-Seeds ausmacht und was bei anderen Händlern teilweise die Qualität schmälert.
So, das ist es also, unser sowohl Beginner freundliches als auch professionelles Grow-Setup. Die Größe der Anlage, der Invest und der mögliche Ertrag dieses Setups sind für sehr viele neuen Cannabis-Bauern sehr gut bis ideal. Nutze die Kategorie „Equipment“ um die besonders guten Bausteine Deines Setups auch den anderen Mitgliedern zu zeigen. Schreib gerne etwas dazu, sodass die Vorteile richtig sichtbar werden und Vergleiche mit anderen Produkten möglich sind.
Los gehts!

Bitte beachte: wir sind für jegliche Schäden und rechtliche Konsequenzen, die im Zusammenhang mit Deinem Cannabis-Anbau stehen, nicht haftbar zu machen.
Begriffe:
Photoperiodisch
Pflanze, die auf Lichtzeiten reagiert (z. B. Umstellung auf 12/12 zur Blüte)
Automatic
Pflanze, die unabhängig vom Lichtzyklus blüht
pH-Wert
Maß für den Säuregehalt – wichtig für Nährstoffaufnahme
PK13/14
Blütebooster mit Phosphor und Kalium
Trichome
Harzdrüsen, zeigen Reifegrad an (klar/milchig/bernstein)
Curing
Nachreifung und Fermentation der Blüten im Glas
LST – Low Stress Training
Pflanzen biegen, nicht verletzen
SCROG – Screen of Green
Pflanzen mit Spalier-Netz zu einer großen Blüten-Ebene trainieren
FAQ – häufige Fragen:
Was ist, wenn meine Samen nicht keimen?
Gib ihnen bis zu 10 Tage. Danach aussortieren. Lieber zu viele Samen als zu wenige ansetzen.
Meine Pflanzen wachsen sehr unterschiedlich. Was tun?
Früh selektieren. Je homogener Deine drei Hauptpflanzen, desto einfacher wird der restliche Grow.
Soll ich lieber öfter weniger gießen oder selten viel?
Klarer Favorit: gut durchwässern, dann austrocknen lassen. Nass-Trocken-Zyklus ist das Ziel.
Wann sollte ich düngen?
Etwa 2–3 Wochen nach dem finalen Umtopfen, und nur jede zweite Gießrunde. Lieber zu wenig als zu viel.
Was mache ich bei Schimmel?
Sofort befallene Stellen entfernen, Belüftung verbessern, Luftfeuchte senken. Prävention ist hier der Schlüssel.
Wie lange sollte ich curen?
Minimum 2 Wochen. Ideal: 4–8 Wochen. Manche Buds reifen sogar 12 Wochen oder länger nach.
Wie lagere ich langfristig?
Kühl, dunkel, luftdicht. Gläser mit Hygrometer & ggf. Boveda. Nicht einfrieren, nicht in Plastikbeuteln lagern.

