Handverlesene Samen-Infos von den Anfängen und Hintergründen über feminisierte Cannabissamen & Automatics bis zum heutigen Markt. Dazu unsere Vorschläge für Sorten, die gut zu unserem 15-Wochen-Programm und dem Muster-Setup passen.
Die Anfänge und Hintergründe
In den 60er Jahren haben ein paar holländische Hippies damit angefangen Cannabis-Samen aus dem Ausland zu importieren. Vorwiegend kamen die Samen aus Marokko, Indien und den USA.
Einer von Ihnen war Karel Schelfhout. Ohne Karel Schelfhout hätten wir keinen Indoor-Anbau in der heutigen Art. Er hat eine heute noch existierende Samenbank eröffnet. Den „Super Sativa Seed Club“ (SSSC). Dieser bietet sortenreine Qualitäten und ist (oder war) relativ günstig.
Zwei weitere Menschen haben auch erfolgreiche Samenbanken eröffnet. Ben Dronkers – der Gründer von Sensi Seeds und Luc Krol – der Gründer von Paradise Seeds.
Sie alle haben das Züchten und Vermehren mit teilweise einfachsten Mitteln und nach der „Try and Error“-Methode begonnen. Mit der Zeit entwickelten sie aber maßgeschneiderte Systeme und ausgeklügelte Prozesse und haben so den privaten Anbau in Europa erst ermöglicht.
Obwohl es sich in den 90ern nur um einen kleinen Nischenmarkt handelte, haben es diese Typen einfach konsequent durchgezogen. Inklusive Knast. Sie waren Pioniere ohne wissenschaftliche Unterstützung, da alles im Verborgenen stattfinden musste.
Ein gemeinsames Ziel war es, Dinge zu entwickeln, die es erlauben zuhause im Kleinen anzubauen. Es entstanden bei allen Samenbanken neue Kreuzungen. So ist es z.B. nicht geklärt, wer Skunk und Northern Lights erfunden hat. Viele Annahmen gehen von Sensi Seeds aus, viele glauben aber eher die Sorten kommen aus Nordamerika.
Feminisierte Cannabissamen
Gezwitterte Pflanzen (Cannabis-Hermaphroditismus) bringen mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit weibliche Cannabis-Pflanzen hervor. Zur Herstellung von feminisierten Samen benötigt man also gezwitterte Pflanzen. Alle Nachkommen der gezwitterten Pflanzen werden entweder auch Zwitter oder nur männliche oder eben nur weibliche Pflanzen. Zusätzlich stimuliert man die Pflanzen zu rein weiblichen Nachkommen durch Zugabe einer Chemikalie.
Automatics
Automatisch blühende Pflanzen sind aus der Not, der eigentlich zu kurzen und zu wenig warmen Sommer in Mitteleuropa, geboren worden. Im Outdoor-Bereich ist es in Mitteleuropa praktisch unmöglich Landrassen aus Ländern mit deutlich anderem Klima und anderen Sonnenzeiten anzubauen. Diese werden einfach nicht fertig, da der Impuls zur Blüte durch kürzere Tage so spät kommt, dass bis zum Einsetzen des in der Regel feuchten Herbstes, keine vollständige Ausreifung mehr möglich ist.
Automatics basieren immer auf feminisierten Sorten. Als Basis diente eine wenig ertragreiche Landrasse Namens Ruderal-Hanf / Cannabis ruderalis. Diese ist die kleinste Cannabistyp der bekannt ist und wird in reiner Form gerade mal 30-70 cm groß. Die Sorte besitzt zudem die besondere Eigenschaft, dass die Pflanzen so schnell wie möglich blühen wollen. Ganz kurze wachsen und dann sofort blühen, bevor es zu spät ist.
In diese kleine, nördliche Sorte wird zu ca. 30 % Cannabis mit den gewünschten Eigenschaften und Genen eingekreuzt. So bleiben die besonderen Eigenschaften des Cannabis ruderalis erhalten.
Diese Pflanzen können durchweg mit 18 h Licht beanschlagt werden und blühen trotzdem „so schnell sie können“. Der Ertrag der eingekreuzten Sorten wird durch die Kreuzung anteilig verringert. Dadurch ist der Anbau weniger Energie-Effizient als mit konventionellen Samen.
Automatics riechen meist wesentlich stärker. Nach neun Wochen kann die Pflanze schon fertig sein. Das passt wie McDonalds irgendwie in die Zeit.
Hingegen ist, nebenbei bemerkt, die bewusst erlebte Umstellung auf die Blütephase bei konventionellen, photoperiodischen Sorten ein kleines, besonderes Erlebnis. Man sieht nämlich ganz wunderbar, was bei der Pflanze eigentlich passiert.
Der heutige Markt
Seit den 2010ern kamen sehr viele amerikanische Sorten auf den Markt. Diese werden teils mit großem Marketing-Aufwand vertrieben. Im Wesentlichen handelt es sich um Nachzüchtungen und moderne Sorten. Diese „modernen“ Sorten kommen feno-seitig teilweise sehr „bunt“ heraus. Immer neuere Sorten kamen mit der Zeit dazu. Diese Sorten gibt es in der Folge bei sehr vielen Anbietern, d.h. Nachzüchtungen die dann so in etwa passen. Keiner weiß, auf welche Merkmale wurde gezüchtet, welche Eltern waren es wirklich, welche Zuchtmethoden wurden angewendet bzw. wie „gründlich“ wurde gezüchtet.
Die meisten Händler verkaufen heute nur noch feminisierte Samen. Dieses Saatgut lässt sich nicht vermehren und über Generationen verwenden. Auch wenn der Markt verhältnismäßig klein ist, ist das im Prinzip das Geschäftsmodell analog zu großen Saatgut-Firmen wie Monsanto. 😉
Sensi Seeds bietet gute Züchtungen und stabile Sorten. Bei Sensi Seeds hast Du meist je Sorte die Auswahl zwischen feminisierten Samen, Automatics und regulären Samen. So etwas bietet praktisch niemand sonst. Du kannst also mit den regulären Samen z.B. selbst gut Nachkommen züchten. Diese Auswahl kann nur wegen der herausragenden Zuchtmethoden angeboten werden.
Weitere Samenbanken die auch durchaus zu empfehlen sind, sind Barney’s Farm und Dutch Passion.
Die Frage, die man sich dazu auch stellen sollte: wen man da unterstützen möchte und welche Geschäfte man unterstützen will, wenn man Cannabis-Samen kauft.
Wir halten Saatgut-Hersteller – so wie Sensi Seeds, aber nicht nur, die richtige Klassiker geschaffen haben für unterstützenswert!
Unsere Vorschläge für Sorten, die gut zu unserem 15-Wochen-Programm und dem Muster-Setup passen
- Die Blütenzeit sollte um die 60 Tage betragen
- Da die Höhe ein limitierender Faktor ist und wir bei maximal 120 – 150 cm rauskommen dürfen, scheiden Pflanzen der Kategorie „groß“ aus. Das betrifft reine Sativa-Sorten und Hybride über dem Verhältnis 30 % Indica / 70 % Sativa. Hybride die „mittelgroß“ angegeben werden sind unsere Empfehlung mit denen Du starten solltest. „Kompakte“ reine Indica würden auch gehen. Es sollte eine Sorte sein, die bei stabiler Genetik – in diesem Zusammenhang insbesondere im Hinblick auf die Größe – verlässlichen Ertrag bringt.
- Wir empfehlen 70 % Indica / 30 % Sativa bis maximal 50 % / 50 % – feminisierte, photoperiodische Hybrid-Sorten. Turnt, macht aber auch entspannt.
- Stabile „Klassiker“ sind u.a.: Super Skunk, White Widow, Skunk #1, Wappa, Hindu Kush oder Sensi Skunk
- Modernere Sorten, teilweise aus Klassiker-Eltern, die die Kriterien erfüllen sind u.a.: ICE, California Indica, OG Kush, Banana Frosting oder Girl Scout Cookies
- Solltest Du vorhaben zwei oder drei unterschiedliche Sorten anzubauen, dann achte darauf, dass Deine Auswahl hinsichtlich Größe und Blütedauer einigermaßen zusammenpasst. Das erleichtert den Anbau und verbessert das Ergebnis der einzelnen Sorte.





Bitte beachte: wir sind für jegliche Schäden und rechtliche Konsequenzen, die im Zusammenhang mit Deinem Cannabis-Anbau stehen, nicht haftbar zu machen.
Begriffe:
Photoperiodisch
Pflanze, die auf Lichtzeiten reagiert (z. B. Umstellung auf 12/12 zur Blüte)
Automatic
Pflanze, die unabhängig vom Lichtzyklus blüht
pH-Wert
Maß für den Säuregehalt – wichtig für Nährstoffaufnahme
PK13/14
Blütebooster mit Phosphor und Kalium
Trichome
Harzdrüsen, zeigen Reifegrad an (klar/milchig/bernstein)
Curing
Nachreifung und Fermentation der Blüten im Glas
LST – Low Stress Training
Pflanzen biegen, nicht verletzen
SCROG – Screen of Green
Pflanzen mit Spalier-Netz zu einer großen Blüten-Ebene trainieren
FAQ – häufige Fragen:
Was ist, wenn meine Samen nicht keimen?
Gib ihnen bis zu 10 Tage. Danach aussortieren. Lieber zu viele Samen als zu wenige ansetzen.
Meine Pflanzen wachsen sehr unterschiedlich. Was tun?
Früh selektieren. Je homogener Deine drei Hauptpflanzen, desto einfacher wird der restliche Grow.
Soll ich lieber öfter weniger gießen oder selten viel?
Klarer Favorit: gut durchwässern, dann austrocknen lassen. Nass-Trocken-Zyklus ist das Ziel.
Wann sollte ich düngen?
Etwa 2–3 Wochen nach dem finalen Umtopfen, und nur jede zweite Gießrunde. Lieber zu wenig als zu viel.
Was mache ich bei Schimmel?
Sofort befallene Stellen entfernen, Belüftung verbessern, Luftfeuchte senken. Prävention ist hier der Schlüssel.
Wie lange sollte ich curen?
Minimum 2 Wochen. Ideal: 4–8 Wochen. Manche Buds reifen sogar 12 Wochen oder länger nach.
Wie lagere ich langfristig?
Kühl, dunkel, luftdicht. Gläser mit Hygrometer & ggf. Boveda. Nicht einfrieren, nicht in Plastikbeuteln lagern.


